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Pfarrverband Gemünden  > Predigtreihe

"Was mich trägt und hält - Schätze des Glaubens entdecken"
Die Predigtreihe 2004 des Pfarrverbands Gemünden

In den Wochenendgottesdiensten der Gemeinden des Pfarrverbands Gemünden – dieses Mal nur die Pfarreiengemeinschaften Gemünden und Sodenberg (Gemünden St. Peter und Paul, Gemünden Hlg. Dreifaltigkeit., Hofstetten, Massenbuch, Wolfsmünster, Gräfendorf, Schonderfeld, Aschenroth, Michelau, Weickersgrüben) - fand am 30./31.10.04, 06./07.11.04 und 13./14.11.04 eine Predigtreihe zum Thema „Was mich trägt und hält – Schätze des Glaubens entdecken“ statt. Es ging um die religiöse Suche und Sehnsucht nach dem Unendlichen, nach Geborgenheit, Gastfreundschaft, Segen und Ausruhen bei Gott.

Die Prediger und ihre Themen:

Pfr. Klaus Hösterey:  „Vertrauen - "Warum hast du gezweifelt?" (Mt 14,31)
Pfr. Peter Rüb: „Ausruhen bei Gott“

P. Konrad Körner: „Sehnsucht - Glanz liegt über allem…“
Diakon Konrad Fischer: „Gottes Liebe – ich bin grenzenlos geliebt!“

Past.Ref. Klaus Simon: „Segen tut gut“
Past.Ref. Wolfgang Pfeifer: 
Segen sein - Ermutigung, Verantwortung zu übernehmen“ 

Past.Ref. Burkhard Fecher: „Gastfreundschaft – Engel beherbergen ohne es zu merken“

 

Die Predigt- und Gottesdiensttexte im Einzelnen:

Klaus Simon

Pastoralreferent im Pfarrverband Gemünden

Wortgottesdienst „Segen tut gut“ im Rahmen der Predigtreihe

„Was mich trägt und hält – Schätze des Glaubens entdecken“

des Pfarrverbands Gemünden im November 2004


Lied:

Wer unterm Schutz des Höchsten wohnt GL 291, 1+2

Orgel

Begrüßung:

Der Schutz des Höchsten, seine Gegenwart in Jesus und sein heilender Geist sei mit Euch und uns …

WoGoDiL

Einleitung:

Liebe Schwestern und Brüder!

Ich freue mich, heute hier sein zu dürfen …

Im Rahmen der diesjährigen Predigreihe des Pfarrverbands unter dem Motto „Was uns trägt und hält – Schätze des Glaubens entdecken“ heißt das Thema dieses Gottesdienstes „SEGEN TUT GUT“ .

Unsere Zeit hat eine große Sehnsucht nach Segen. Seit den Tagen der Bibel geht es dabei um uns selbst: Wer um Segen bittet, wer anderen Segen zusagt, der meint es mit sich selbst und anderen gut. Der ver-sucht, weder dem eigenen Glück noch dem der anderen im Wege zu sein, sondern es nach Kräften zu fördern.

Dass wir es gut meinen mit uns selbst und anderen, dass andere es gut meinen mit uns: Das können wir nicht herbeizwingen. Dafür gibt's keinen Rechtsanspruch. Wer es erfährt, erfährt es als Geschenk. Und spürt: Hinter unse­rem Ja zu uns selbst und zueinander steht Einer, der grö­ßer ist als wir und der es gut mit uns meint. Wir brauchen dieses Ja für unser Leben. Und wir können dieses Ja anderen schenken: Jeder Mensch ist ein Segen.

Von dem Ja zu unserem Leben und unserem Glück ist in den Texten dieses Gottesdienstes die Rede. Sie spannen einen weiten Bogen: von der Weisheit der Bibel über die Segens­wünsche der irischen und keltischen Überlieferung bis zu heutigen Segensworten.

Ich wünsche Ihnen, dass die Stimme des Segens Sie durch ein ganzes Leben begleitet. Es lohnt sich, diese Stimme in sich selbst zum Klingen zu bringen. Die Stimme, die uns segnet, ist kein Zaubermittel oder Talisman. Aber sie bleibt der tiefe verlässliche Ton, der die Melodie unseres Lebens trägt, auch wenn die Obertöne durcheinander geraten oder sogar zu verstummen drohen. Die guten Mächte, die uns begleiten, schrecken auch nicht vor dunklen Zeiten und Seiten des Lebens …

K. Simon

Besinnung:

Dunkler Segen

Segne auch du uns, dunkler Gott, du, der sich geheimnisvoll unserem Begreifen entzieht, der sein Antlitz vor uns verbirgt, unser Fragen mit Schweigen beantwortet

kyrie eleison

segne auch du uns, dunkler Gott, du, der du uns Zumutung und Heraus-forderung bist, dessen Tun unergründlich bleibt, dessen Handeln sich unserem Denken entzieht

christe eleison

segne auch du uns, dunkler Gott, du, der sich scheinbar abwendet von uns, der uns alleine lässt, der uns leiden lässt, der uns verwirrt und beunruhigt

kyrie eleison

segne uns, du dunkler Gott du abwesender, schweigender, unfassbarer, harter, namenloser

christe eleison

segne du uns, dunkler Gott, damit wir den Mut haben, das Dunkel in uns wahrzunehmen, dem eigenen Abgrund zu trauen, der Nacht zu glauben, uns auf den Grund zu gehen

kyrie eleison

segne uns, dunkler Gott, indem du Einsamkeiten nicht wegnimmst, Sicherheiten erschütterst, Hoffnungen nicht erfüllst, Pläne durchkreuzt, Sehnsucht nicht stillst

christe eleison

segne uns, dunkler Gott, indem du unsere Träume verjagst, unsere Bilder zerreißt, Sicherheiten entlarvst, Erwartungen zerstörst, zum Auf-bruch zwingst

kyrie eleison

segne uns du, dunkler Gott,  segne den Aufbruch, segne den Weg

und bleibe dunkler treuer Wegbegleiter

kyrie eleison, christe eleison, kyrie eleison

Andrea Schwarz

WoGoDiL

Lied:

Aus der Tiefe rufe ich zu dir, GL 959.1, 1-4

Gitarre

Gebet:

Der Herr beschenke uns

Herr, unser Gott! Beschenke uns mit der Behutsamkeit deiner Hände, mit dem Lächeln deines Mundes, mit der Wärme deines Herzens, mit der Güte deiner Augen, mit der Freude deines Geistes, mit deiner Gegenwart. Darum bitten wir Dich durch Christus, unsern Bruder und Herrn. Amen

nach Antje S. Naegeli

WoGoDiL

Lesung:

Jakobs Kampf mit Gott (Lesung aus dem Buch Genesis 32, 23 – 31)

23 In derselben Nacht stand Jakob auf, nahm seine beiden Frauen, seine beiden Mägde sowie seine elf Söhne und durchschritt die Furt des Jabbok.

24 Er nahm sie und ließ sie den Fluss überqueren. Dann schaffte er alles hinüber, was ihm sonst noch gehörte.

25 Als nur noch er allein zurückgeblieben war, rang mit ihm ein Mann, bis die Morgenröte aufstieg.

26 Als der Mann sah, dass er ihm nicht beikommen konnte, schlug er ihn aufs Hüftgelenk. Jakobs Hüftgelenk renkte sich aus, als er mit ihm rang.

27 Der Mann sagte: Lass mich los; denn die Morgenröte ist aufgestiegen. Jakob aber entgegnete: Ich lasse dich nicht los, wenn du mich nicht segnest.

28 Jener fragte: Wie heißt du? Jakob, antwortete er.

29 Da sprach der Mann: Nicht mehr Jakob wird man dich nennen, sondern Israel (Gottesstreiter); denn mit Gott und Menschen hast du gestritten und hast gewonnen.

30 Nun fragte Jakob: Nenne mir doch deinen Namen! Jener entgegnete: Was fragst du mich nach meinem Namen? Dann segnete er ihn dort.

31 Jakob gab dem Ort den Namen Penuël (Gottesgesicht) und sagte: Ich habe Gott von Angesicht zu Angesicht gesehen

LektorIn

Lied:

Wer unterm Schutz des Höchsten wohnt GL 291,3

Orgel

Evangelium

Die Segnung der Kinder (Aus dem hlg. Evg. nach Mk 10,13-16)

13 Da brachte man Kinder zu ihm, damit er ihnen die Hände auflegte. Die Jünger aber wiesen die Leute schroff ab. 14 Als Jesus das sah, wurde er unwillig und sagte zu ihnen: Lasst die Kinder zu mir kommen; hindert sie nicht daran! Denn Menschen wie ihnen ist das Reich Gottes. 15 Amen, das sage ich euch: Wer das Reich Gottes nicht so annimmt, wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen. 16 Und er nahm die Kinder in seine Arme; dann legte er ihnen die Hände auf und segnete sie.

Frohe Botschaft unseres Herrn Jesus Christus…

WoGoDiL

Predigt:

vgl. eigenes Blatt

K.Simon

Lied:

Ihr sollt ein Segen sein (CD Gottesbegegnungen, Titel 1)

CD-Player

Glaubens-bekenntnis:

Ich glaube an Gott

ich glaube an Gott, der das leben heißt

ich glaube an Gott, der das leben liebt

ich glaube an Gott, der das leben schützt

und an der Vernichtung des lebendigen leidet

ich glaube an Gott, der alles, was lebt, auferstehen lässt

aus der erfahrung des todes

ich glaube an den geist, der allem, was leben will,

kraft gibt angesichts der vernichtenden kräfte des todes

ich glaube an den geist, der alles, was lebt,

miteinander verbindet und trägt

Angelika Schenk

K.Simon

Fürbitten:

Herr, wir bitten Dich um Segen für die Menschen, die Sehnsucht nach Leben haben …

· Steine im Weg - und einen Fuß, der leicht darübergeht ...
Christus höre uns – Christus erhöre uns

· Nebel am Boden - und zwei Augen, die den Durchblick finden ...
Christus höre uns – Christus erhöre uns

· Tränen auf den Wangen - und Hände, die sie trocknen ...

· Fragen nach der Zukunft - und gute Freunde, die mit ihnen nach Antwort suchen

· Fragen nach dem Wohin - und Spuren, die weiterführen ...

· Suche nach Geborgenheit - und ein guter Mensch, der zu ihnen hält ..

· An der Schwelle des Todes – und eine offene Himmelstür …

Es sei der Segen auch von dir, Gott, der unbemerkt ihren Rücken stärkt:

der stille, unaufdringliche Quell des Lebens - uns nahe als guter Lebens-Geist. Darum bitten wir durch Christus, unsern Herrn. Amen.

nach Herbert Jung

LektorIn

Überleitung:

Zum väterlichen und mütterlichen Gott lasst uns beten, wie Jesus seinen Freunden und uns das Beten lehrt …

WoGoDiL

Vaterunser


alle

Friedensbitte:

Du – Gott -

wende Dich uns zu, sprich uns das Gute zu

lasse Deine segnende und friedvolle Kraft spürbar werden,

wenn wir uns Segens- und Friedenszeichen weiterschenken

und einander erzählen, wie gut Du es mit uns meinst

Du bist die segnende Kraft in allen Menschen,

verbindest Kulturen und Völker untereinander im Tanz des Lebens ohne Ende

Schwester Geist, Bruder des Friedens, bewege und segne uns.

Schenke uns Deinen Frieden…

Pierre Stutz (nach ps 67,8)


Friedensgruß:

Der Friede des Herrn sei allezeit mit uns!

Gebt einander ein Zeichen des Friedens und des Segens …

WoGoDiL

Lied:

Von guten Mächten 940,1+5

Gitarre

Zur Kommunion:

Seht das Lamm, auf dem der Segen Gottes ruht, das Lamm Gottes, es nimmt hinweg die Sünde der Welt…

WoGoDiL

Während der Kommunion:

Instrumentalmusik

Orgel

Lied:

Wer auf Gott vertraut

CD-Player

Segensbitte:

Sag uns Gutes zu

Segne du uns, Gott, damit wir Mensch sein und werden können

segne du uns, Herr, damit wir frei werden von all dem, was uns beherrscht

segne du uns, Vater, damit wir uns von dir herausfordern lassen

segne du uns, Mutter, damit wir uns in deinen Schutz stellen können

segne du uns, Freund, damit wir uns riskieren können und vertrauen lernen

segne du uns, Geliebter, damit wir sehnsüchtig bleiben und die Liebe leben.

Andrea Schwarz


Segen:

So segne uns der gute Gott, der Vater + der Sohn + und der Hlg. Geist +. Amen

WoGoDiL

Sendungstext:

Du Gott des Weges sende uns

sei du der Traum, der Sehnsucht zeugt

sei du die Kraft, die die Entscheidung trifft

sei du das Vertrauen, das sich stellt

segne unseren Aufbruch,

behüte was wir zurücklassen,

schütze das Neue das wir wagen,

begleite uns beim ersten Schritt und segne unseren Weg

segne das Ankommen, sei du unser Ziel

richte unsere Schritte auf dich hin aus

schenk uns den Mut zur Heimkehr in dir

Du Gott des Weges, umgib uns mit deinem Segen

damit wir uns auf den Weg machen können

auf den Weg zu dir und den Menschen

nach Andrea Schwarz


Sendung:

So geht hin und bringt Segen und Frieden …

WoGoDiL

Lied:

Segne du Maria GL 896,1+2

Orgel

Predigt - Gedanken:

Der Engel, der mich segnet

nach anselm grün

Liebe Schwestern und Brüder!

Diese Frohe Botschaft von Jesus und den Kindern verdeutlich, wie einfach Segen sein kann, wenn Menschen so offen und durchlässig, so unvoreingenommen sind wie Kinder.

Aber Segen kann auch schwierig sein, wie uns der Jakobskampf aus der Lesung zeigt.

Ein ganze Nacht ringt Jakob mit Gott und weiß nicht, daß es Gott ist, der ihn auf die Hüfte schlägt. Gott muß ihn erst gehunfähig machen, um an ihn heranzukommen und ihn zu segnen. Die Kinder und Jakob – Segen geht leicht und schwer.

In einer Meditation von Anselm Grün mit dem Titel „Der Engel, der mich segnet“ finden sich diese Pole des Segens wieder: Segnen be­deutet vom Griechischen und Lateinischen her: Gutes sagen (benedicere), Gutes über einen Menschen sprechen. Der En­gel, der segnet, ist zugleich auch der, der von jedem Unheil erlöst, der das Unheil wendet, der befreit aus krank machenden Verstrickungen.

Es gibt Kinder, die hören oft wenig gute Worte. Dage­gen wird ihnen ständig gesagt, sie sollten das oder jenes tun, sie hätten dies wieder falsch gemacht, sie sollten endlich auf­räumen und nicht so zimperlich sein. Noch schlimmer sind Worte, die eher Fluch als Segen sind: „Du solltest eigentlich gar nicht sein. Du bringst uns noch ins Grab. Du wirst schon sehen, wo das hinführt. Du wirst es nie zu etwas bringen. Du bist uns eine Last. Du wirst ewig büßen müssen für das, was du uns angetan hast. Gott soll dich für immer strafen, weil du so böse bist." Es gibt Menschen, die zeit ihres Lebens den Eindruck haben, unter einem Fluch zu stehen. Sie leben mit dem Fluch, dass sie nie würdig sind, zur Kom­munion zu gehen, dass sie nie gut genug sind, um ein voll­wertiges Mitglied der menschlichen Gesellschaft zu sein, dass sie nie den Erwartungen der Eltern entsprechen wer­den. Solch ein Fluch lähmt die Lebenskraft eines Menschen. Unter einem Fluch zu leben, das heißt, ständig Angst zu haben, dass dieser Fluch sich irgendeinmal bewahrheiten wird.

Der Engel, der segnet, das kann ein väterlicher oder mütterlicher Mensch sein, die Nachbarin, die Großmutter, der Großvater, der Lehrer, der Pfarrer. Aber es kann auch der Engel sein, der im Kind selbst spricht. Man braucht nur mal den Gesprächen zuhören, die Kinder mit ihrem Ku­scheltier oder ihrer Puppe führen. Da sagen sie oft selber Segensworte, die zwar zunächst dem Kuscheltier oder der Puppe gelten, in Wirklichkeit aber sich selbst. Sie sprechen sich im Spiel viel Gutes zu, trösten sich, loben sich, und erzählen von sich selbst. Es ist genau der Zwischenbereich, in dem das Kind die Verbindung zwischen äuße­rer und innerer Wirklichkeit lernt. In diesem Zwischenbereich spricht das Kind andere Worte, als es von den Eltern hört. Da spricht es das aus, was das eigene Herz braucht und wo­nach es sich sehnt. Der Zwischenbereich ist auch der Raum, in dem das Kind eine Ahnung hat von dem Engel, der es segnet, der ihm Gutes zusagt. In den eigenen Worten des Kindes spricht der segnende Engel. Und er hält seine Hand über ihm, damit der Fluch es nicht trifft, den die Eltern auf es richten.

Der Engel befreit das Kind von jeglichem Unheil. Er löst die Bande auf, die das Kind fesseln und nicht leben lassen. Nach außen hat das Kind oft keine Chance in einer Atmosphäre des Un­heils, des Streites, des emotionalen Chaos, der Brutalität. Aber der Engel, der das Kind begleitet, schafft eine gesunde Distanz, sodass das Kind nicht alles an sich heranlässt. Er löst die enge Verhaftung an die äußere Wirklichkeit, indem er es mit seiner inneren Wirklichkeit in Berührung bringt, zu dem das Unheil keinen Zutritt hat. Wenn die äußere Realität zu grausam ist, führt der Engel das Kind in den Innenraum, in dem es gesegnet ist, in dem es heil ist und ganz, in dem niemand es verletzen kann. Von daher können wir verstehen, dass Kinder oft grausame Erfahrungen unbeschadet über­leben.

Nicht nur in unserer Kindheit sollten wir nach dem Engel Ausschau halten. Dieser Engel geht mit uns, indem er uns Gutes zusagt, indem er das Gute in uns benennt. Und er löst die enge Verflechtung mit einer krank machen­den Umgebung und führt uns in den Innenraum, in den der Lärm der kritisierenden und verletzenden Menschen nicht eindringen kann, in dem niemand uns kränken kann. In die­sem Innenraum hält der erlösende Engel seine schützende Hand über uns, damit das Unheile, das Zerstörende, das Auflösende in unserer Nähe uns nicht treffen kann.

Nelly Sachs, die jüdische Dichterin, spricht vom Segensraum, den die Engel uns darbieten:

„Engel auf den Urgefilden wie viel Martermeilen

muß die Sehnsucht zurück zu eurem Segensraum durcheilen!"

Nelly Sachs weiß, dass wir uns immer wieder sehr weit von diesem inneren Segensraum entfernen. Die Sehnsucht muss viele Mar­termeilen zurücklegen, sie muss vieles lassen, woran sie sich festklammert, um in diesen inneren Raum zu gelangen, in dem wir gesegnet sind. Es sind die „Urgefilde", der ur­sprüngliche Ort, der Raum, der uns an den eigenen Ur­sprung führt und uns mit dem Urbild in Berührung bringt, das Gott sich von uns gemacht hat. Die Engel schüt­zen den Segensraum, in dem Gott uns sein gutes Wort zu­sagt, in dem Gott segnend seine Hand über uns hält, in dem wir von Gottes Kraft und Gottes Gnade umgeben sind.

Das wünsche ich Ihnen und uns von ganzem Herzen, Liebe Schwestern und Brüder:

Daß wir spüren können: „Segen tut gut!“. Amen.

Zur Ermutigung

Lied: Ihr sollt ein Segen sein (CD Gottesbegegnungen Titel 1)

Was ist Segen?

Segen

Ein guter Mensch ist uns begegnet, man hat uns Gutes getan,

wir sind von schwerer Furcht oder von hartem Leid befreit,

oder sonst eine große, stille Freude ist in uns eingezogen.

Wie von selbst spüren wir, wie hinter diesem Ereignis noch unsichtbar ein Anderer, Größerer waltet,

wie dieser Schimmer der Freude nur ein Abglanz ist eines ewigen Lichtes.

Wir fühlen dankbar, wie leise Gott an uns vorbeizog und uns gesegnet hat.

Da erfüllt uns wie von selbst neues, lebendiges Wissen, dass Er gut ist und groß und voller Erbarmen.

Seine Nähe erfasst uns, und sein Segen weckt in uns die Liebe.

Karl Rahner (1904-1984)

Segen lebt vom Empfangen und Weitergeben

Ich segne dich

Segnen ist ... dich wahrzunehmen, zu spüren, du willst wahrgenommen werden, dich zu achten, Zuwendung

Segnen ist ... auf dich zuzugehen, dass du zugänglich bist

mit dir zu reden, du mit mir, uns auszusprechen, zu besprechen

zur Sprache bringen — das Ge-Wichtige

zum Ausdruck bringen - das Zu-Lösende

Segnen ist ... dich anzuschauen dich zu berühren, dich zu umarmen, deine Hand zu spüren

dich zu sättigen mit Worten, die du kennst und die du brauchst

dich zu stärken mit Symbolen, die du kennst und die du ersehnst

Segnen ist ... mehr als das, was ich dir tue mehr als das, was du erlaubst

Segnen ist ... ein Zu-Hauch Gottes, ein Einfließen des Heiligen Geistes in dich

ein Zuspruch zu leben, zu vertrauen daheim zu sein

Hans Bauernfeind

 

 

Pastoralreferent Wolfgang Pfeifer, PG Sodenberg/PG Unter der Homburg

 

„Segen sein - Ermutigung, Verantwortung zu übernehmen“

 

Liebe Schwestern und Brüder

1. Motivationsphase:

Zum Thema „Segen sein - Ermutigung, Verantwortung zu übernehmen“ habe ich in erster Linie Menschen aus unserem kirchlichen Bereich vor Augen, die – nach meiner Einschätzung - in ihrem Leben etwas erreicht haben, die sich einen guten Ruf erarbeitet haben, die einen guten Einfluss auf ihre Umgebung genommen haben.

Große und kleine Persönlichkeiten des kirchlichen Lebens: PGR-Vorsitzende; Wortgottesdienstleiter; Familienväter und –mütter, bei denen ich den Eindruck hatte, da klappt´s. Ich denke an Küster, Organisten, für Kirchenschmuck Verantwortliche, und, und, und..., Menschen, die sich oft über Jahrzehnte für eine Aufgabe einsetzen.

Für mich Vorbilder, die mich ermutigen, Verantwortung zu übernehmen.

2. Problemabgrenzung:

Solche Menschen tragen mich und halten mich in meinem Glauben – in solchen Menschen sehe ich einen wichtigen Schatz des Glaubens verwirklich: Menschen dürfen füreinander Segen sein.

3. Versuch und Irrtum:

In meinem Leben gab es aber auch Zeiten, in denen ich an den lauteren Motiven solcher Aktiver in der Gemeinde gezweifelt habe.

Es kann vorkommen, dass solche Menschen etwas gelten wollen und ihre Aufgabe als Selbstbestätigung brauchen.

Es kann vorkommen, dass Menschen sich überheben und besser sein wollen als andere und deshalb so großes Engagement an den Tag legen.

Diese eher egoistischen Motivationen können vorkommen, sie sind aber wohl wesentlich seltener als ich früher einmal gedacht habe.

Jeder Mensch, der sich für etwas einsetzt, wird nicht nur begeisterte Zustimmung ernten, sondern auch Neider und Kritiker auf den Plan rufen.

Die Menschen, die ich vor Augen habe, scheinen mit Neid und Kritik ganz gut umgehen zu können, denn sie spüren gleichzeitig:

Ich werde gebraucht, wenn ich diese Aufgabe nicht übernehme, wer macht sie dann? Wird sie überhaupt noch wahrgenommen? Das Gefühl gebraucht zu werden erscheint mir viel gewichtiger zu sein alles alle evtl. egoistischen Motivationen!

Ist es Gott selbst, der uns anruft und uns – quasi durch unsere Mitmenschen – sagen lässt, wo wir gebraucht werden, wo wir für andere zum Segen werden sollen?

4. Lösungsvorschlag:

Die Bibel erzählt von Menschen, die Gott ganz konkret angesprochen hat. Denen er nicht nur Aufträge gegeben, sondern denen er auch Zusagen gemacht hat, denen er versprochen hat sie mit seinem Segen zu begleiten.

Abraham ist so ein Mensch, den Gott ganz besonders ruft. Gottes Verheißung und seine Aufgabe ist rießig: er soll der Vater ein großen Volkes werden; ganze Völker sollen durch ihn Segen erlangen. Eine derart große Verheißung – das hätte Abraham leicht resignieren lassen können, noch dazu, weil seine Frau als unfruchtbar gilt. Nichts dergleichen passiert –Abraham fordert nicht das ganze Vorhaben Gottes zu überblicken, er lässt sich einfach darauf ein – und Gott führt ihn Schritt für Schritt.

Abraham will die Aufgabe nicht aus sich heraus lösen.

Es sind nicht diejenigen, bei denen man sofort denken würde: der könnte doch den Segen Gottes an die Menschen weitergeben – nein, irgendeine etwas hat immer nicht gestimmt bei den großen Segensgestalten des alten Testaments.

Jakob, z.B., die Zusage des Segens an ihn haben wir in der zweiten Lesung gehört. Jakob hatte sich die Zusage des Segens Gottes erschlichen und jeder halbwegs ehrlich Mensch würde sagen: so einer kann doch nicht den Segen Gottes weitergeben. Dennoch darf auch Jakob erfahren: Gott ist mit mir, Gott sagt ja zu mir. Gott lässt mein Leben gelingen und wendet mein Leben und das der Menschen um mich herum zu großer Fülle

Ökumenischer Kirchentag 2003 Berlin – Thema „Ihr sollt ein Segen sein“

Die Plakate zu dieser Großveranstaltung haben mir sehr gut gefallen und auf eine Seite des Segens Gottes hingewiesen, der leicht untergehen könnte, wenn wir nur auf die großen biblischen Gestalten schauen.

Plakat zeigen!!!

Die Menschen auf den Bildern haben eine Art Heiligenschein – immer durch eine runde Lampe im Hintergrund dargestellt. Dennoch sind es ganz normale Menschen, Menschen wie du und ich. Sie sind auch in ganz normalen Situationen dargestellt: hier wartend auf jemand auf einem anderen Plakaten waren Menschen im Gespräch dargestellt. Gerade diese einfachen Menschen haben mich angesprochen und mir Mut gemacht, mich einzusetzen und zu versuchen, nein – besser: zu glauben, Segen für andere Menschen sein zu können.

5. Lösungsverstärkung:

Für mich persönlich war ein kleines Erlebnis zusätzlich sehr ermutigend.

Segensstein von Tilman zeigen

Ich will – und sehe dies als Schatz an: Segen für andere Sein. Weil glaube und vertraue, dass dies ganz im Sinne Gottes ist, schöpfe ich daraus Ermutigung, Verantwortung zu übernehmen, wo ich spüre gebraucht zu werden.

Mögen auch Sie diese Ermutigung erfahren, Verantwortung zu übernehmen – es wird, wie uns die biblischen Vorbilder insbesondere im Alten Testament zeigen, nicht zu unserem Schaden, sondern zu unserem Segen sein.

Amen.

Pfr. Peter Rüb, Gräfendorf - Wolfsmünster

Predigtreihe im Pfarrverband Gemünden – „Ausruhen bei Gott“  30.10.04

1. Les.: Gen 2,1-3

2. Les.: Hebr 4,1-13

Ev.:  Mk 6,30-34 [16. So i Jkrs B]

 

Einführung:

Vom Ausruhen hören wir heute in den Schrifttexten. In der alttestamentlichen Lesung ist vom Ausruhen Gottes selbst die Rede, nachdem er sein Schöpfungswerk vollendet hatte. Es ist aber kein untätiges Nichtstun, sondern Gott „feiert“, so kann man das hebräische Wort „shabat“, das hier gebraucht wird, auch übersetzen - Gott feiert also die Vollendung seines Werkes. Und wenn er diesen siebten Tag der Woche als heilig - als Gott gehörig - erklärt, dann ist dieser Tag auch für uns nicht ein Tag des Nichtstuns, sondern ein Tag, an dem man Gott für die Schöpfung und dafür, dass man sechs Tage lang das Schöpfungswerk Gottes fortsetzen durfte, Dank sagt, aber auch ein Tag, an dem man sich nach Gottes Beispiel an dem Geschaffenen freut, es genießt und feiert.

· Herr, Jesus Christus, du bist vor aller Schöpfung. Herr, erbarme dich

· In dir wurde alles erschaffen, im Himmel und auf Erden. Christus erbarme dich

· Durch dich wurde alles mit Gott versöhnt. Herr erbarme dich

 

Predigt

 

Liebe Schwestern und Brüder

Eigentlich ist es nichts Aufre­gendes, was der Evangelist für berichtenswert hält. Dass die Jünger Jesus ei­nige Missionserfahrungen mitteilen, dass sie müde sind und nicht einmal Zeit zum Essen haben, ist nichts Außergewöhnliches. Auch dass Jesus Mitleid mit den Menschen hatte, ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit für jeden, der ein mitfühlendes Herz hat.

Trotz dieser überlieferten Alltäglichkeiten aus dem Leben Jesu ist gerade dieses Evangelium von höchster Aktualität für uns. Wenn wir die Berichte aus dem Leben Jesu nur für sich betrachten, sind sie schöne Erzählungen; sobald wir sie aber in unsere Zeit stellen, erhalten sie überragendes Gewicht. Drei ak­tuelle Bezüge sollen genannt werden.

Eine Erzählung über die Expedition durch den Urwald am oberen Amazonas, bei der die Einheimischen zu immer schnellerem Marsch angetrieben werden, berichtet von ihrem Protest und ihrer Weigerung, weiterzugehen. »Wir müs­sen warten, bis unsere Seelen nachgekommen sind.« Das ist die Situation des heutigen Menschen, der in der Hektik der Zeit und im Tempo seiner Be­schäftigungen die Seele verlieren kann. Wer keine Zeit mehr für sich hat, ist krank. »Er wird sich selber verlieren,« sagt Bischof Klaus Hemmerle einmal. Unser heutiges Leben ist mit einem Riesenrad zu vergleichen, das sich unaufhörlich mit ständig stei­gender Geschwindigkeit dreht. Weil wir an dieses Rad gekettet sind, werden wir an seinen Rand geschleudert. Wir haben keine Möglichkeit der Besinnung, der Überprüfung unserer Standpunkte, der Verarbeitung unserer täglichen Er­lebnisse. So werden wir immer leerer, Seele und Leib werden zerrissen.

Gegen eine solche den Menschen zerstörende Entwicklung lädt Jesus uns ein: »Kommt mit an einen einsamen Ort, wo wir allein sind, und ruht ein we­nig aus.« Klarer kann die Anweisung für unser Leben nicht sein: Der einsame Ort, das Alleinsein und das Ausruhen sind heute lebenswichtig, wenn wir Menschen bleiben wollen.

Die zweite Anweisung Jesu richtet sich in erster Linie an Priester, gilt aber auch für alle Gläubigen, vor allem für diejenigen, die ehrenamtlich in der See­lsorge tätig sind. Was ist unser Problem heute? Wir stehen vor einem Berg von Aufgaben und wissen nicht, wie wir sie bewältigen sollen. Was muss alles ge­tan werden! Hausbesuche, Krankenbesuche, Gottesdienstgestaltung, Predigt­vorbereitung, Öffentlichkeitsarbeit, Vereinsleben, Repräsentationen, Teil­nahme an Jubiläen und Geburtstagen, Pfarrbriefgestaltung, Katechesen für Kinder, Klinik- und Altenseelsorge, Jugendarbeit und vieles mehr. Man könnte von morgens bis abends herumrennen und doch wäre die pastorale Arbeit nicht geschafft. Der Erwartungsdruck der Gemeinde ist groß; Enttäuschungen über Nichterscheinen bei unterschiedlichen Anlässen werden uns schonungs­los zugetragen. Wir leiden unter der Kritik, die an uns trotz unseres pausenlo­sen Einsatzes geübt wird. Wie sollen wir die vielfältigen Bedürfnisse der Men­schen befriedigen? Unsicherheit und oft Verzweiflung machen sich breit.

Da kommt Jesus und sagt: »Ruht ein wenig aus!« Und wer soll jetzt in der Pause die Arbeit tun, während die „Leute kommen und gehen“ und so „zahlreich sind, dass die Jünger nicht einmal Zeit zum Essen fanden“? Wer betreut die, die „aus allen Städten dort hinkamen"? Soll­ten die Jünger bei diesem Hochbetrieb einfach alle im Stich lassen? Nur mit schlechtem Gewissen können sie sich ausruhen. Ist es heute anders?

Und dennoch gebietet Jesus den Jüngern, sich zurückzuziehen und sich aus­zuruhen. Er selbst springt in die Bresche und übernimmt in der Zeit, in der wir ruhen, unsere seelsorglichen Aufgaben. Der Evangelist hält diesen „Ersatz­dienst“ Jesu fest mit der Bemerkung: „Und er lehrte sie vieles“. Wir müssen nicht alles selber machen; wo wir nicht mehr können, springt Jesus ein. Könnten wir einen besseren „Ersatzmann“ finden?

„Schafe, die keinen Hirten haben“ ist eine Umschreibung für den orientie­rungslosen Menschen. Hat es in der Geschichte der Kirche eine Zeit gegeben, in der die Menschen orientierungsloser gewesen wären als in der unsrigen? Wo früher Räume mit einheitlichen Wertmaßstäben bestanden, konnten die Men­schen sich zurechtfinden. Sie erhielten Kriterien für ihr Handeln. Die Tradi­tionen gaben die Lebensmaßstäbe weiter an die nächste Generation. Hier be­stimmten sie wieder in Familien, gesellschaftlichen Gruppen, Städten und Ge­meinden den Kurs.

Unsere heutige Gesellschaft aber erlebt einen Traditionsbruch unbeschreib­lichen Ausmaßes gefördert von Erfindungen und Entdeckungen, von techni­schen und wissenschaftlichen Erfolgen. Was gestern Bestand und Geltung hatte, ist heute überholt. In diesen Strudel werden auch Glaube und Moral, Kirche und Religion hineingezogen. Außerdem kommt ein Individualisie­rungsprozess hinzu, durch den jeder sich seine eigenen Maßstäbe für sein Le­ben zurechtlegt.

Durch diese beiden umwälzenden Prozesse in der neueren Menschheitsge­schichte haben viele Menschen die Orientierung verloren. Jesus nennt sie „Schafe, die keinen Hirten haben“. Ohne Orientierung aber können wir nicht leben. Die Ausweitung der Gewalt in der Welt heute hängt sicher damit zusammen. „Orientierungslosigkeit macht die Menschen aggressiv“, hat Sigmund Freud bereits festgestellt.

Jesus bietet sich an als der Hirt, der mit seiner Botschaft die Wege in eine humane und glückliche Welt weisen kann. So werden in dem zunächst unbe­deutend scheinenden Evangelium brisante Themen des heutigen Menschen angesprochen. Wie aktuell doch die Botschaft Jesu ist, wenn man sie in die Zeit stellt. Amen.

Lesung aus dem Buch Genesis

Himmel und Erde wurden vollendet und ihr ganzes Gefüge.

Am siebten Tag vollendete Gott das Werk, das er geschaffen hatte, und er ruhte am siebten Tag, nachdem er sein ganzes Werk vollbracht hatte.

Und Gott segnete den siebten Tag und erklärte ihn für heilig; denn an ihm ruhte Gott, nachdem er das ganze Werk der Schöpfung vollendet hatte.

Wort des lebendigen Gottes!

 

Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus
an die Hebräer

Darum lasst uns ernsthaft besorgt sein, dass keiner von euch zurückbleibt, solange die Verheißung, in das Land seiner Ruhe zu kommen, noch gilt.

Denn uns ist die gleiche Freudenbotschaft verkündet worden wie jenen; doch hat ihnen das Wort, das sie hörten, nichts genützt, weil es sich nicht durch den Glauben mit den Hörern verband.

Da es nun dabei bleibt, dass einige hineinkommen, die aber­, die früher die Freudenbotschaft empfangen haben, wegen ihres Ungehorsams nicht hineingekommen sind, setzt er aufs neue einen Tag fest, nämlich: Heute, indem er durch David, wie schon gesagt, nach so langer Zeit spricht: Heute, wenn ihr seine Stimme hört, verhärtet euer Herz nicht!

Denn wer in das Land seiner Ruhe gekommen ist, der ruht auch selbst von seinen Werken aus, wie Gott von den seinigen.

Bemühen wir uns also, in jenes Land der Ruhe zu kommen, damit niemand aufgrund des gleichen Ungehorsams zu Fall kommt.

Wort des lebendigen Gottes!

 

Fürbitten:

Herr, Jesus Christus, du sorgst dich um alle Menschen und bist ihnen nahe. In diesem Vertrauen bitten wir dich:

· Schenke den Hirten der Kirche Vertrauen in deine Führung und gib ihnen die Kraft1 für die Menschen in ihren Sorgen und Nöten dazu­sein. Jesus, du Hirte deines Volkes. A Wir bitten dich, erhöre uns.

· Stärke alle Schritte zum Frieden und zur Versöhnung unter den Völ­kern und Menschen. Jesus, du Hirte deines Volkes:

· Erbarme dich der Ruhelosen und Flüchtlinge und lass sie Menschen finden, die ein Ohr und ein Herz für sie haben. Jesus, du Hirte deines Volkes:

· Lass die von Stress und Hektik umgetriebenen Menschen Entspannung und Ruhe finden in dir. Jesus, du Hirte deines Volkes:

· Öffne unsere Augen und Ohren, unsere Herzen und Hände für die Sorgen und Nöte der Menschen in unserer Gemeinde. Jesus, du Hirte deines Volkes:

Herr, unser Gott, du bist das Wort und Brot des Lebens. Dir sei Dank und Lobpreis in alle Ewigkeit. Amen.

Predigt von P. Konrad Körner, Kloster Schönau

Ein Glanz liegt über allem (Evangelium Markus 9,2-10)

1. Gott betrachtete alles, was er gemacht hatte. Es war sehr gut. 1. Lesung (Genesis 1,31) 

- Die Geschichte „Die Fußspuren Gottes“:

Ein französischer Gelehrter durchstreift die Wüste und hat sich als Führer einige Araber mitgenommen. Beim Sonnenuntergang breiten die Araber ihre Teppiche auf den Boden und beten. »Was machst du da?« fragte er einen. »Ich bete.« »Zu wem?« »Zu Allah.« »Hast du ihn jemals gesehen - betastet - gefühlt?« »Nein.« »Dann bist du ein Narr!« Am nächsten Morgen, als der Gelehrte aus seinem Zelt kriecht, meint er zu dem Araber: »Hier ist heute Nacht ein Kamel gewesen!« Da blitzt es in den Augen des Arabers: »Haben Sie es gesehen, betastet, gefühlt?« »Nein.« »Dann sind Sie aber ein sonderbarer Gelehrter!« »Aber man sieht doch rings um das Zelt die Fußspuren!« Da geht die Sonne auf in all ihrer Pracht. Der Araber weist in ihre Richtung und sagt: »Da, sehen Sie: die Fußspuren Gottes!« 

- Die Weisheit der Alten: Sie sahen hinter allem Guten und Schönen Gottes Geist.

- In allem ist dein unvergänglicher Geist (2. Lesung Weisheit 11,23-26)

- Sternenbahnen, Sphärenklänge, Schönheit und Ordnung, Erddurchmesser, Wochentage: Sonne, Mond und die 5 sichtbaren Planeten, Götternamen.

- Heute: Nachhall des Urknalls 

- Die eigene Erfahrung:

- Freude an allem Schönen

- Jungtiere, Menschenkinder

- Junge Gattenliebe, das Schönste im Leben 

2. Der Glanz lockt:

- Jeder Mensch hat Sehnsucht. Der Mensch ist religiös. Göttlicher Funke. Wirken der unsterblichen Seele. Streben, gut zu sein.
Seneca + 65 n.Chr.: „Das Beste am Menschen ist, dass er sich zur Tugend anregen lässt.“ Kardinaltugenden = Haupttugenden. Göttliche Tugenden = Glaube, Hoffnung, Liebe. Sie machen uns Menschen zu wahren Menschen. Auch Tugenden haben ihren Glanz. Es ist der Glanz der Wahrheit. Erkenntnis macht froh.

- Freude, daß Gott uns geschaffen hat. Freude ausleben. 

3. Auch der Tod hat viel von seinem Schrecken verloren:

- Der Tod ist endgültig und bringt viel Trauer und Leid. Gott gibt uns Hoffnung. Gott ist kein Gott von Toten. Im Evanglium spricht Jesus mit Elia und Mose. Die Verklärung Jesu ist ewige Wirklichkeit. Nur für uns ist sie unsichtbar.

- Wir sind auf Gott angewiesen. Niemand kann aus eigener Kraft vom Tod auferstehen und in den Himmel gehen.

- Wer nicht an Jesus glaubt, macht sich schuldig. Wir sind um einen teuren Preis von der Knechtschaft der Sünde losgekauft. Wir schulden Jesus Dank dafür. Jesus hat es selbst gesagt: „Es gibt Sünde, Gerechtigkeit und Gericht: Es ist Sünde, an mich nicht zu glauben. Es sit Gerechtigkeit, daß ich zum Vater gehe. Und das Gericht zeigt sich, weil der Fürst der Welt schon gerichtet ist.“

- Deshalb feiert die Kirche die heilige Messe. Sie ist die Dankesfeier für unsere Erlösung. Außerdem ist sie die hehre Versammlung aller Menschen und Engel bei Gott. Wir müssen sie immer wieder besuchen. 

Mein Gott, wie schön ist deine Welt. Mit Weisheit hast Du sie erschaffen. Dir sei Dank und Ehre. 

Amen.

Fürbitten 33. Sonntag C 

Zu Jesus Christus, dem kommenden Richter und Voll­ender der Welt, wollen wir beten: 

Befähige die Diener deiner Kirche zum treuen Dienst der Verkündigung, der Spendung der Sakramente und der Hilfe für Notleidende.

- Christus höre uns! 

Gib unserm Volk Wachstum im Glauben, Wohlergehen und Frieden mit den anderen Völkern. 

- Christus höre uns! 

Zeige den Regierenden den rechten Weg. 

- Christus höre uns! 

Befreie uns von übertriebener Selbstsucht und gib uns frohe Zuversicht für unseren täglichen Dienst.

- Christus höre uns! 

Schenke unseren Gefallenen und allen Opfern von Kriegen und ungerechter Gewalt das ewige Leben.

- Christus höre uns! 

Allmächtiger, ewiger Gott, höre auf die Bitten, die wir aus der Bedrängnis in der Welt an dich richten und erweise uns allen deine Liebe. Das erbitten wir im Namen Jesu Christi unseres Herrn. Amen.

 

Diakon Konrad Fischer Gemünden

 

PV-Predigtreihe 2004 Was nach hält und trägt - Schätze des Glaubens

zum Thema Gottes Liebe - Ich bin grenzenlos geliebt

am 06.11.04,18.30h Hofstetten; 07.11., 8.45h Wolfsmünster, 10.30 Weikersgrüben.

 

Botschaft: Gott liebt jeden grenzenlos und schier einmalig. Wir sollen weitergeben, was wir an Liebe empfangen.

Ziel: Die Zuhörer erkennen, dass Jesus nicht nur allen Menschen seine Liebe schenkt,

sondern seine Jünger als Botschafter seiner Liebe zu den Menschen sendet

Lesungen:

Jer 31, l -3 Mit ewiger Liebe habe ich dich geliebt und dich zu mir gezogen (Mittw. 18. Wo/Jhrkr. , Schott 2, S. 199)

Kol 3,12-15 Ihr seid von Gott geliebt.... - s. Fest d. Hl. Fam. A (Gmd.-Bibel S. 68) Joh 10,11.14-16 Ich bin der gute Hirt Der gute Hirt gibt sein Leben hin für die Schafe... Ich habe noch andere Schafe, die nicht aus diesem Schafstall sind..... - s. 4. Oso B (Gmd.-Bibel S. 239)

 

Ihr seid von Gott geliebt, seid seine auserwählten Heiligen 

Liebe Schwestern und Brüder, haben wir das wirklich in uns, ist uns das bis in die

Knochen bewusst: wir sind von Gott geliebt, sind seine auserwählten Heiligen! D.h.: wir sind nicht zur Prüfung und nicht zum Himmel-verdienen auf der Erde. Bevor wir überhaupt nachdenken können, sind wir - geliebt und erwählt. 

Ich muß gestehen, dass für mich als junger Arbeiter diese Einsicht befreiendes Er­lebnis war: Wie ich bin, mit allen Fähigkeiten und Möglichkeiten, aber auch mit allen Macken, Fehlern und Sünden, bin ich ein für allemal von Gott geliebt. Und ich habe nichts anderes zu „tun", als: immer wieder auf diese Liebe mit meinen kleinen Möglichkeiten Antwort geben. Ich muß nicht erst diese und jene Bedingung erfül­len, diese und jene Leistung erbringen. Ich bin von Gott einmalig geliebt, so, als gäbe es einzig nur mich.

Die Fähigkeit, dieser Wirklichkeit für alle Zeit gewiß zu sein, die Fähigkeit, uns von Gottes Liebe gehalten und getragen zu wissen, in einem tiefen Grundvertrauen zu Gott, diese Fähigkeit gewinnen wir normalerweise, wenn wir von Geburt an in einer Familie von Mutter, Vater und Geschwistern geliebt und angenommen sind und dabei lernen, so auch andere anzunehmen und zu lieben. Wo diese Erfahrung fehlt, kann der Mensch sich auch nur schwer vorstellen und glauben, dass Gott ihn liebt, dass Gott sich für ihn, den kleinen Menschen krumm macht, damit er als Mensch leben kann, damit er bekommt und erfährt, was er zum Leben braucht.

Wie viele Zeugnisse dieser Liebe Gottes zu uns haben wir in der Bibel: Zu Israel, seinem oft halsstarrigen, verbohrten Volk sagt Gott: Mit ewiger Liebe habe ich dich geliebt. Darum habe ich dir so lange die Treue bewahrt. Martin Luther übersetzt: Mit ewiger Liebe habe ich dich geliebt und dich an mich gezogen. Daß diese Liebe allen Menschen gilt, sagt Jesus in seinem Bild vom Guten Hirten: Ich habe noch andere Schafe, die nicht aus diesem Schafstall sind. Auch sie muß ich führen und sie werden auf meine Stimme hören. - Es darf sich also jeder Mensch von der voraus-gehenden und nach­suchenden Liebe Gottes gemeint, gerufen und gehalten wissen. 

Mutter Teresa von Kalkutta sagte so schön: Wir müssen auch den ärmsten Menschen die Erfahrung vermitteln, erwünscht zu sein. Wir haben nur die Menschen zu lieben und die Liebe bekehrt, wen sie will. - Der evangelische Pfarrer Friedrich von Bodelschwingh, der sich verwaister Kinder angenommen hat, sagte: Niemand geht über die Erde, den Gott nicht liebt. Er kennt jeden mit Namen. Diese Gewissheit vermittelt auch der Prophet Jesaja: (43,1) Fürchte dich nicht, denn ich habe dich ausgelöst. Ich habe dich bei deinem Namen gerufen: Du bist mein!

Lb. Srn. u. Brüder, ich fürchte, dass wir als Christen und als Kirche so wenig strahlen, weil wir diese Botschaft nicht nach außen bringen. Wir reden zwar von Barmherzigkeit, Liebe, und Verzeihung und wollen sie für uns selbst. Wünschen wir sie auch wirklich für die anderen, die nicht so sind, wie wir sie uns wünschen, die nicht nach unserem Kultur- und Wertekatalog leben?

Ein alter Pfr. weinte, als er in Exerzitien plötzlich verstand, dass Gott die Liebe ist und uns grenzenlos liebt. Er sagte unter Tränen: Warum hat man mir das nicht früher gesagt. Ich hätte anders gepredigt. - Die Kleine Hl. Theresia v. Lisieux hatte das ver­standen. Ihre Losung war: Mein Beruf ist die Liebe. Sie hat sich im Kloster in Gebet und Leiden für die Menschen Gott geschenkt. Sie hat nicht für irgendetwas bezahlen oder etwas verdienen wollen. 

Ich möchte diese Predigt mit der Geschichte vom Rabbi Jizach Mer auf den Punkt bringen: Er redete mit seinem Enkel: Wenn einer Vorsteher wird, müssen alle nötigen Dinge da sein: ein Lehrhaus und Zimmer und Tische und Stühle, - und einer wird Verwalter und einer wird Diener und sofort. Und dann kommt der Widersacher und reißt das innerste Pünktlein heraus, aber alles andere bleibt wie zuvor, und das Rad dreht sich weiter, nur das innerste Pünktlein fehlt. Der Rabbi hob die Stimme: Aber Gott helfe uns: man darfs nicht geschehen lassen. - - 

Ja, da innerste Pünktlein, das Lebensnotwendige, das wir als Menschen und Christen nicht verlieren dürfen, für uns und für andere, ist die Liebe: Gott schenkt sie uns - - und wir erfahren sie mehr, wenn wir sie weiterschenken. — Amen.

 

Fürbitten zum Thema Gottes Liebe - Ich bin grenzenlos geliebt

Himmlischer Vater, dein Sohn, unser Herr und Bruder Jesus Christus, hat uns deutlich gemacht, wie sehr dir das gelingende Leben aller Menschen am Herzen liegt. Wir bitten durch ihn:

Für alle, die nur sich selbst leben.

Lass sie erfahren, dass sie Sinn und Fülle des Lebens-gewinnen, wenn sie für andere

da sind. -

Christus, höre uns! - (alle:) Christus, erhöre uns!

Für alle, die durch schweres Schicksal, aus fremder oder aus eigener Schuld unglücklich und unversöhnt leben.

Lass sie spüren, dass deine Liebe größer ist als alle menschliche Tragik und schicke ihnen Menschen, die sie hilfreich begleiten. -

Für unsere Kirchen mit ihren Hirten, Dienern und Gemeinden:

Lass sie durch gelebte Solidarität und Nächstenliebe ein Lichtbild deiner Liebe zu

allen Menschen sein. -

Für alle Frauen und Männer in Pflegeberufen, und in den Hilfs- und

Rettungsdiensten:

Schenke ihnen Ehrfurcht vor allem Menschenleben und Kraft, auch unter

schwierigen Bedingungen den Behinderten, Kranken, Verunglückten und

Sterbenden kompetent und freundlich beizustehen. -

Für die Opfer der Kriege und Katastrophen - und für ihre Angehörigen: Schenke den Lebenden Trost und Kraft und gib den Toten ewige Heimat bei dir.

Dir, o Gott, vertrauen wir. Lass uns mit dir verbunden leben und dich durch unsere tätige Liebe preisen, dich, Gott, Vater, Sohn und Heiliger Geist, heute und alle Tage. - Amen.

Pfr. Klaus Hösterey Gemünden

 

Vertrauen - "Warum hast du gezweifelt?" (Mt 14,31)

PV-Predigtreihe im November 2004

 

Die Jünger im Boot – Wellen, Sturm – ein gespenstischer Jesus auf dem See – „Habt Vertrauen, ich bin es. Fürchtet euch nicht!“ – „Herr, wenn du es bist, so befiehl, und ich komme.“ – „Komm!“ – „Herr, rette mich!““ – Jesus ergreift ihn: „Warum hast du gezweifelt?“ 

So ist das Leben! Manchmal geht es stürmisch zu. Wer einen Beruf hat, muss hart ran. Wer arbeitslos ist, muss sehen, wo er bleibt. Wer Familie und Beruf unter einen Hut bringen will, muss gut organisieren können. Wer sich um ein christliches Leben bemüht, der braucht viel Kraft. Unsere Welt wird immer nebliger, unübersichtlicher, schwieriger.

Wir Seelsorger, Priester, Diakone, Ordensleute, Pastoralkräfte usw. sitzen im selben Boot. Wer als Seelsorger in mehreren Gemeinden tätig ist, müsste seine Augen und Ohren überall gleichzeitig haben. Und von daher stimmt das Bild nicht, das vorgibt, Kirche sei der sichere Ort, wo alles so bleiben kann und soll wie es ist. Es ist nicht die Kirche, nicht die Pfarrgemeinde, nicht der Gottesdienst, der oder die uns die Hand entgegenhält und aus dem Wasser zieht. Es ist nicht die Kirche, die uns Sicherheit verspricht und in der ich mich behaglich einrichten könnte mit alten Liedern, alten Gebräuchen und Traditionen. Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt, ist eben nicht der sichere Hafen, sondern fährt durch das Meer der Zeit.

Die Hand hält uns Jesus Christus entgegen.

Und das ist genau die Spannung, in der wir leben – als Kirche, als Einzelner. Jeder von uns steht mitten drin zwischen Vertrauen und Zweifel, zwischen Hoffnung und Angst, oder, wie die Bibel sagt, zwischen Glaube und Unglaube. Es hat mich schon sehr berührt, als mir das in der Vorbereitung klar geworden ist. Glaubst du, was du seit mehr als zehn Jahren haupt-amtlich verkündigst?

Von einem Priester wird folgende Anekdote berichtet: Als er auf dem Sterbebett liegt, sagt er: „Ich tät’ ja lachen, wenn das alles nachher nicht stimmt, was ich jahrzehntelang den Leuten erzählt habe!“ So spaßig das gemeint war, so ernsthaft und radikal ist doch der Hintergrund. Es geht um Glauben oder Unglauben. Zweifel und Angst stehen gegen den Glauben an Jesus, den Sohn Gottes.

Während meines Studiums habe ich von unserem Regens dieses Bild geschenkt bekommen: Hintendrauf geschrieben: „Gottes Segen für den weiteren Weg.“ Datum, Unterschrift. Es zeigt die ähnlich erzählte Geschichte des Seesturms, in der die Jünger sich abmühen und Jesus von all dem nichts mitzubekommen scheint und schläft. Im Grunde dasselbe Bild: Glaube und Vertrauen – oder Unglaube und Untergang. Damals die Frage, die heute anders immer wieder konkret wird: Kann ich mein Leben auf Gott setzen? Wer garantiert mir, dass meine Berufsentscheidung tragfähig ist und keine bloße Einbildung? Wer streckt mir als Priester die Hand entgegen, wenn ich abzusaufen drohe? 

Das Evangelium rüttelt uns ganz gehörig durch. Sind wir nur die besser wissenden Zuschauer, die mitleidsvoll auf die Jünger und besonders auf Petrus herunterschauen – nach dem Motto: jedes Märchen geht gut aus? Oder sind wir am Ende selber Petrus / Petra?

Matthäus hält diese Geschichte fest, weil sie für seine Gemeinde wichtig war. Der Wind bläst und der Sturm tobt und die Wellen schlagen über ihnen zusammen – damals schon! Und heute? Geht es in meinem Leben weiter, oder ist alles zum Verzweifeln? Wie steht es um meine Zukunft? Alter, Krankheit, der eigene Zerfall oder der der Eltern. Umbruch, Abbruch und Aufbruch in der Kirche mit allem, was dazu gehört. Wir verstehen die Jünger mit Petrus an der Spitze nur zu gut! Und der Chor der Zweifler wird, so scheint es, immer größer, denn wir fühlen uns so oft macht- und kraftlos, privat und öffentlich. Und der Ruck durch Deutschland lässt auf sich warten.

Jesus hält dem Petrus die Hand hin. „Warum hast du gezweifelt?“ Keine Antwort: er weiß es nicht. Wissen wir es? 

„Was mich trägt und hält – Schätze des Glaubens entdecken.“ Das Oberthema unserer Predigtreihe lädt zur Schatzsuche ein, also zur Gottes- und Glaubenssuche. Lerne Schritt für Schritt mit den Jüngern Jesu.

Was da zu lernen ist, geschieht im Alltag. Die Jünger sind unterwegs von A nach B – wie wir. Turbulent geht es zu – wie bei uns. Sie sind sehr mit sich selbst beschäftigt – wie wir. Sie verlieren den Horizont aus dem Blick – wie wir. „Wer holt uns da raus“, fragen sie – wie wir. Petrus traut nicht, sich fallen oder auch: sich gehen zu lassen – wie ich.

Und Jesus? Er ist da, fragt, spricht, macht Mut, wirbt um Vertrauen, streckt seine Hand aus und ergreift ihn. Der Wind legt sich. Kein langer Vortrag, nur eine Geste und eine liebevolle Frage. 

Vor 15 Jahren habe ich dieses Bild geschenkt bekommen. Irgendwann ist es im Schrank verschwunden. Es ist ja nicht besonders schön, und wertvoll ist es auch nicht. Plötzlich fällt es mir wieder ein, taucht es wieder auf, hole ich es wieder hervor: Hintendrauf steht: „Gottes Segen für den weiteren Weg!“ Ob als Standardfloskel hingeschrieben oder nicht – das ist es: eine nicht alltägliche Botschaft für meinen Alltag, der den Gegenwind, der Turbulenzen genauso kennt wie die Ruhe vor und nach dem Sturm.

Petrus – das bin ich. Wenn ich mich noch so sehr bemühe, manches wird mir nicht gelingen. Ich werde, wir werden weiterhin Gegenwind haben, uns abmühen, zweifeln, Angst haben – und trotzdem den Glauben nicht verlieren. Gottes Segen für den weiteren Weg! Ich werde mich weiterhin bemühen, den Zeiten und Orten in meinem Leben nachzugehen, in denen und an denen ich spüre: Er ist da in meinem Leben. Er segnet meinen Weg.

Schätze des Glaubens entdecken. Immer mehr versuche ich zu begreifen, dass die Schätze unseres Glaubens nicht im Tresor liegen, nicht auffällig glänzen und funkeln, sondern sich fast zu verstecken scheinen, sich verbergen, sich dem bloßen Auge entziehen, un-scheinbar sind. Ist es das, was es uns manchmal so schwer macht zu glauben?

Jesus heilt, rettet, redet, teilt, betet, schenkt, schweigt, belehrt, vergibt, stirbt – alles unter dem einen Horizont: sein Glaube, sein Vertrauen, zu dem er alle einlädt, die mit ihm zu Lande und zu Wasser unterwegs sind.

„Warum hast du gezweifelt?“ Petrus antwortet nicht. Er weiß es nicht. Mit ihm möchten auch wir gerne wissen, woher Jesus diesen Glauben, dieses Vertrauen hat, das ihn bis Golgotha durchträgt.

Es ist eine Kunst, Gott da zu suchen und zu finden, wo er selbst ist – im Alltag, bei den Menschen, im Gebet. Jesus beherrscht diese Kunst. „Gott war nicht im Sturm, sondern im leisen Säuseln des Windes.“ erfahren wir aus der Lesung. Er ist da, oft unscheinbar:

„Seht Gottes Zeichen! In der Farbe der Blumen, in der Feinheit der Krumen; in dem Glanze der Sterne, in der Bläue der Ferne; in dem Elend der Armen, in dem Bild, habt Erbarmen. Seht Gottes Zeichen!

Hört Gottes Zeichen! In dem Lärm der Maschinen, in dem Summen der Bienen; in dem Heulen des Windes, in dem Wimmern eines Kindes; in dem Schreien der Armen, in dem Ruf um Erbarmen. Hört Gottes Zeichen!

Schmeckt Gottes Zeichen! In dem Saft einer Melone, in der sauren Zitrone; in der Süße der Reben, in der Speise zum Leben; in dem Hunger der Armen, in dem Ruf um Erbarmen. Schmeckt Gottes Zeichen!“

 

Predigtreihe im Pfarrverband 2004

Gemünden (Hl.Dreif.):31.10 / Aschenroth 6.11. / Gräfendorf 7.11.

 

 Predigt von Burkhard Fecher: Gastfreundschaft: Engel beherbergen, ohne es zu merken

(Hinweis: Am 6. und 7.11. wurde die Predigt frei gehalten. Das folgende Konzept wurde verkürzt.)

 

Vor der Lesung: Gen 18,1-15: (Mikro mit Verlängerungskabel )

 Mit ein paar bunten Stühlen möchte ich heute Geschichten und Erlebnissen einen Platz hier unter uns geben und unserem Thema im wahrsten Sinn des Wortes Farbe verleihen und einen Raum geben (Stuhl 1 seitlich vor den Altar stellen).

 Über Gastfreundschaft kann man nicht nur theoretisch reden. Gastliche Atmosphäre lebt von den Geschichten, die die Menschen mitbringen. Auch die Bibel erzählt Geschichten, wenn sie vom Wunderbarsten spricht, was uns Menschen passieren kann, nämlich dass Gott oder seine Boten zu Besuch kommen.

 Hören Sie in der Lesung eine der schönsten Geschichten dazu. Sie ist uralt. Achten Sie einmal darauf wie der Besuch da empfangen wird. (Mikro auf Stuhl legen)

 

Predigt: (vom ersten Stuhl aus. Aus dem Buch folgenden Auszug vorlesen)

 Marjorie Thompson leitet ein Ausbildungszentrum für geistliche Begleitung in Nashville/Tennessee in den USA. In ihrem Buch "Christliche Spiritualität entdecken" beschreibt sie die Erfahrung von Gastfreundschaft. Sie erzählt zu Beginn ein Reiseerlebnis, das sie sehr beeindruckt hat (Stuhl 2 vor den Altar stellen; erste Hälfte der Erzählung frei zusammenfassen!): 

 

 "Es war drei Wochen nach meinem Hochschulabschluss. Meine Mutter hatte es

 geschafft, sich einen längeren Urlaub zu nehmen, und wir waren gerade auf der größten

 Reise unseres Lebens, zunächst in Schottland.

 An einem Tag waren wir von Edinburgh aus in die schottische Landschaft hinausge-

 fahren .Das legendäre Hochland war von Heidekraut überzogen und darüber wehte ein

 kühler Nebel. Als unser Bus in dem abgelegenen Städtchen ankam, in dem wir über-

 nachten wollten, war bereits die Nacht angebrochen und es regnete in Strömen. Die Unter-

 kunft, die wir angesteuert hatten, war bereits voll. Ein Telefon war nicht verfügbar, und man

 nannte uns einfach die Anschrift eines anderen Hauses, wo wir versuchen sollten, ein

 Nachtquartier zu finden. Ein Taxi setzte uns vor einem Haus ab, in dem keine Licht brannte.

 Es war spät und kalt. Als wir schließlich vor der Haustür standen, tropften unsere Beine

 Koffer vor Nässe.

 (Ab hier wörtlich zitieren!) Auf unser Klopfen öffnete ein freundliches, aber überraschtes

 Ehepaar. Als wir fragten, ob wir hier übernachten könnten, erklärten sie entschuldigend,

 ihre Gästebetten seien bereits alle belegt. Unsere Gesichter müssen zusammengefallen

 sein wie unser Mut. Wohin sollten wir um diese Zeit mitten im strömenden Regen noch

 gehen, in einer winzigen Ortschaft, in der sich offensichtlich schon alles zum Schlafengehen

 zurückgezogen hatte? Sie baten uns herein; wir sollten im Hausflur warten. Dann hörten wir

 gedämpfte Stimmen die Lage besprechen. Nach kurzer Zeit geleitete man uns mit einem

  freundlichen Lächeln in einen gemütlichen kleinen Raum. Ungeheuer dankbar und

 erleichtert stellten wir keine weiteren Fragen. Wir versanken in einem bequemen Doppelbett

 erschöpft in einen tiefen Schlaf.

 Am nächsten Morgen bereitete uns die Frau ein aufwendiges schottisches Frühstück:

 Fruchtsaft, Eier, Räucherhering, Toast, Butter, Marmelade und Tee. Erst als wir wieder

 gepackt hatten und zum Fortgehen fertig waren, kamen wir dahinter, wie weit die Großzü-

 gigkeit unserer Gastgeber gegangen war: Da ihre Gästezimmer alle belegt waren, hatten

  sie uns ihr eigenes Schlafzimmer zur Verfügung gestellt und in ihrem Wohnzimmer

 genächtigt."

 

 "Diese Erfahrung" - so schreibt Marjorie Thompson - "bleibt mir lebhaft in Erinnerung. Das Ehepaar hatte frohen Herzens seine Bequemlichkeit geopfert, um unserer Not abzuhelfen. Auch nicht der leiseste Anflug von Verdrossenheit und Ärger hatte diese Tat beeinträchtigt. Das war ein einfacher, spontaner Akt der Gastfreundschaft gewesen - die erste vieler ähnlicher Erfahrungen auf dieser Reise."

 

 Ich lade Sie ein, einmal kurz nachzudenken: Was sind Ihre lebhaftesten Erinnerungen daran, großherzige Gastfreundschaft erfahren zu haben? Oder sie gewährt zu haben? (....Pause.......)

Ich bin sich mir sicher: Wenn wir uns jetzt in einer Runde zusammensetzen und austauschen würden - es gäbe viel zu erzählen...... (Vom Ambo aus die Predigt weiterführen)

 Touristen, die auf ihren Reisen nicht nur die Hotelanlagen und die Strände genießen, sondern auch die Begegnung mit den Menschen suchen, können erzählen von der Gastfreundschaft gerade der materiell Ärmsten. Das Wenige wird geteilt. Das Beste ist gerade gut genug für den Gast.

 Ich selbst habe noch nie so viele freundliche Gesichter und so spontane Gastlichkeit erlebt wie in Sri Lanka, einem der ärmsten Länder der Welt. Wenn diese Menschen Deutschland besuchen würden - was würden sie erzählen von der Gastlichkeit der Menschen in unserem materiell immer noch so reichen Land? 

(auf Stuhl 3 aus der ehem. elterl. Gastwirtschaft neben dem Ambo hinweisen)

 Nicht nur auf einer Reise kann ich wunderbare Erfahrungen von Gastfreundschaft machen. Es gibt auch so etwas wie eine Schatzkiste in unseren Familien. Darin sind all die Geschichten und einprägenden Erfahrungen gesammelt, in denen Großeltern und Eltern über Generationen prägende Grundhaltungen und Werte weitergeben. Dieser Stuhl aus der ehemaligen Gaststube in meinem Elternhaus steht dafür. Den kostbarsten Schatz aus dem Leben meiner Großeltern möchte ich Ihnen weitergeben. Mein Vater hat mir diese Begebenheit erzählt:

 

  Seit der Mitte des 19.Jahrhunderts bis vor der Schließung vor 15 Jahren haben die

 Generationen meines Elternhauses in Kleinostheim die Gastwirtschaft "Zur Krone geführt". Im

 Nachbarort haben Mitte der 30er Jahre viele Juden gewohnt. Bei ihren Geschäften in unserem

 Ort sind viele auch bei uns eingekehrt. Zur Brotzeit haben die Juden ihr Mazzen ausgepackt.

 Von diesem trockenen dünnen Brotfladen hat mein Vater als Kind und als Jugendlicher öfter

 was abbekommen.

 Nach 1933 trat durch die Nazi-Propaganda immer offener der Judenhass zu Tage. Nach

 und nach wurde Juden der Zutritt zu Geschäften und Gaststuben verwehrt. Manche jüdischen

 Mitbürger waren ausgewandert, andere waren so verwurzelt, dass sie sich trotz der Hetze die

 späteren Gräuel nicht vorstellen konnten. Schon 1935 waren wir die einzige Gastwirtschaft im

 Ort, in der die Juden noch verkehren konnten.

 Dem Ortsgruppenleiter der NSDAP war das ein Dorn im Auge. Eines Tages klopfte er an

 und brachte gleich ein Schild mit. "Juden sind hier unerwünscht!" stand darauf. Von meiner Oma,

 die gerade ausschenkte, verlangte er, dass sie dieses Schild in der Wirtschaft aufhängen sollte.

 Meine Großeltern waren Wirtsleute mit Leib und Seele. Meine Oma hat keine Sekunde gezögert,

 dem Nazischergen die Stirn zu bieten und ihm ins Gesicht zu sagen:

 

  "Das wird hier nicht aufgehängt! Wir leben von den Juden. Sie kommen jeden

 Tag zu uns ins Haus. Sie sehe ich hier zum ersten Mal. Und dass Sie es wissen:

 Solange wir hier die Wirtsleute sind, kann jeder, der sich wie ein Gast benimmt,

 seine Füße unter unseren Tisch stellen. Und jetzt gehen Sie hinaus!"

 

 Das war mit solcher Klarheit gesagt, dass der Ortsgruppenleiter sich umdrehte und sich - Gott sei Dank - nie wieder blicken ließ. Es hätte auch anders kommen können.

 

 Gastfreundschaft ist nicht nur eine menschliche liebevolle Geste. Gastfreundschaft kann gefährlich sein. Gastfreundschaft untergräbt jede ideologische Einstellung.

 

 Dann, ein paar Jahre nach dem Krieg, kam einer der wenigen überlebenden Juden mit Namen

 Hecht in unsere ausgebombte Gastwirtschaft zu Besuch. Er und seine Frau hatten als eine der

 wenigen das Konzentrationslager Theresienstadt überlebt. Andere Gäste wie die Löwenthals waren mit

 der ganzen Familie in den Konzentrationslagern der Nazis ermordet worden.

 Mein damals 20jähriger Vater erzählt mir, wie der überraschende Gast seine Füße unter den

 Stammtisch ausstreckte - so als wollte er sich noch einmal an die Atmosphäre früherer Zeiten zurücker-

 innern. Unter Tränen dankte er meinem Vater und meinen Großeltern dafür, dass bis zuletzt eine offene

 Tür für die jüdischen Mitbürger hatten.

 

 Diese Atmosphäre der Gastlichkeit habe ich in meinen Kinder- und Jugendjahren in unserer Gaststube, die für viele Gaste wie ein Wohnzimmer war, in mich aufgenommen. Wie viele spannende und knorrige Charaktertypen habe ich da erlebt! Wie viele liebenswerte Menschen haben hier ihre Geschichten erzählt, haben Welt- und Ortspolitik diskutiert, haben gelacht und auch ihre Sorgen mit anderen geteilt.  

 Als Ich selbst dann mit 20 Jahren ausgezogen bin, habe ich die Gastfreundschaft als Schatz meiner Familie bewahrt. Gastfreundschaft beinhaltet Respekt vor jedem Menschen, gleich welcher Nation oder welcher Religion er angehört.  

 Die Erfahrungen und die Geschichten von Gastfreundschaft rühren an die Wurzel der jüdischen und christlichen Glaubenserfahrung. Reisen im Altertum war gefährlich. Es galten klare Regeln: Kein Gast, ja nicht einmal dein persönlicher Feind, der seinen Fuß über deine Schwelle setzte und um Nahrung und Unterkunft bat, durfte abgewiesen werden. Auf den Schutz und das sichere Geleit, solange er auf deinem Land war, konnte er sich verlassen. So ist es kein Wunder: Gastfreundschaft war für Juden und Christen ein entscheidendes Kriterium ihrer Glaubenspraxis. 

(Hinweis auf den Stuhl 1):

 Ein polnisches Sprichwort spricht von der anderen Erfahrung: "In Gästen und Fremden kommt Gott uns besuchen". 

 Denken Sie an die alte Erzählung, die Sie vorhin in der Lesung gehört haben. Abraham wird überrascht von einem Besuch. Eine merkwürdige Spannung durchzieht diese Erzählung: Dem Hörer wird zwar gleich Gott als Gast vorgestellt. Für Abraham aber ist es ein Fremder mit zwei Begleitern. Erst allmählich scheint Abraham zu ahnen, dass Gott in diesem Besuch eine überraschende Wende für ihn und Sara bereithält: Ein Jahr später hält er seinen langersehnten Sohn auf den Armen. Die Zukunft ist wieder offen. Ob es Gott oder ein Fremder ist, der als Besucher kommt, lässt der Erzähler vielleicht auch deshalb offen, weil er uns sagen will: In Wirklichkeit ist beides oft ineinander verwischt. In Euren Gästen kann Euch Gott selber begegnen.  

 Wer gastfreundlich sein will, braucht keine große Wohnung oder eine übervoll gedeckte Tafel.

Unsere "Wohnung" kann auch ein Bildwort sein für den "Raum" unserer Gedanken und Gefühle. Von daher kann Gastfreundschaft auch bedeuten, andere in unsere Welt einzuladen und mit ihnen unsere Ansichten zu teilen. Wer für andere innerlich offen ist, gewährt ihnen Raum zum Erzählen, einen Raum, um angehört und verstanden zu werden und sich zu öffnen. 

 Viele unserer Beziehungen können wir mit dem Begriff der Gastfreundschaft deuten. Wer sich traut, sich einem Menschen anzuvertrauen, was verspricht der anderes als seine Gastfreundschaft? Liebende teilen nicht nur Tisch und Bett, sondern auch ihre Gedanken und Gefühle. Dabei wechseln in einer guten Ehe die Rollen: Mal bin ich Geber und Gastgeber, mal bin ich Empfangender und Gast im Leben des anderen.  

 Auch Kinder sind unsere Gäste, nicht unser Besitz. Sie sind Geschenke Gottes. Auch wenn sie sich manchmal wie Bengel aufführen, sind sie in unserem Leben wie Engel Gottes zu Besuch. Wer ihnen seine Gastfreundschaft anbietet, muss die wichtige Lektion des Loslassens lernen. Nur Kinder, die freigelassen sind, werden später als Gäste gern in ihr Elternhaus zurückkehren.  

 (Nebenbei: Gesellschaftspolitisch ist es von höchster Brisanz: Die Bewältigung der Krise unserer Wirtschaft und die Sicherung der Sozialsysteme wird entscheidend davon abhängen, ob in unserem Land mehr Eltern als bisher Kinder in ihrem Leben willkommen heißen.) - weglassen - 

 Und welche Farben bringen echte Freundschaften in unser Leben! Vielleicht haben Sie einen Freund oder eine Freundin, die Sie nur selten treffen. Und doch stellt sich beim Wiedersehen sofort das Gefühl der Vertrautheit ein. Sei spüren: Ich kann sein wie ich bin, kann lachen, den Alltagsstress hinter mir lassen, in Erinnerungen schwelgen und dabei die Zeit vergessen. Wie bei Abraham liegt dann ein Glanz über der Begegnung. 

 In den Begegnungen, die ich nur eben nur angedeutet habe, merken wir oft erst im Nachhinein, dass wir Engel beherbergt haben, ohne es zu merken. 

(Stuhl 4 dazustellen): 

 Diese Erfahrung können die christlichen Gemeinden in Deutschland im nächsten Jahr machen. Beim Weltjugendtag 2005 im August werden so viele Gäste wie noch nie in der Geschichte der Bundesrepublik erwartet. Junge Menschen aus aller Welt zwischen 16 und 35 Jahren werden Gäste in unseren Gemeinden und beim Abschlusstreffen in Köln sein. Über eine Million werden dort erwartet. Auch (in Gemünden, im Kreuzkloster und) in unseren Gemeinden werden Familien gesucht, die sich trauen, ihre Tür weit aufzumachen. (Siehe Meldezettel im letzten Pfarrblatt)

 Einfache Englischkenntnisse sind hilfreich, aber entscheidender ist die internationale Sprache, die alle verstehen: Eine offene Tür, ein freundlicher Blick, ein Tisch, ein Bett, Brot und Wein auf dem Tisch. 

 Über unserer Gastfreundschaft liegt Gottes Glanz und Segen.