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Pfarrverband Gemünden
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Pressebericht Pfarrverbandstag am 13.03.2010 "Vom II. Vaticanum bis zu den Piusbrüdern - Kirche für den Menschen?"
Das Thema des Pfarrverbandstages 2010 traf auf offenen Ohren. Gut zwanzig aufmerksame Zuhörerinnen und Zuhörer aus den Gemeinden des Pfarrverbands Gemünden konnte Pastoralreferent Klaus Simon (Pfarrverband Gemünden) im Adolph - Kolping - Haus in Gemünden begrüssen: Von Rieneck und Langenprozelten, von Gräfendorf und Schonderfeld, von Massenbuch und Gemünden waren ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gekommen - auch über die Pfarrgemeinderäte hinaus.
Referent Dr. Stefan Silber (Bildungshaus Schmerlenbach, 1.von links neben der Leinwand) führte per Powerpoint - Präsentation von den Anfängen des II. Vatikanischen Konzils bis in die maßgeblichen Beschlüsse und verabschiedeten Dokumente ein. Er vergaß dabei auch nicht die Minderheiten wie die Piusbrüder und ihre Anliegen.
Diakon Konrad Fischer (Gemünden, 3. von links) fügte als Zeitzeuge seine eigenen Erfahrungen aus der damaligen Zeit bis heute in mündlicher und schriftlicher Form hinzu. Das grundlegende innere Bild war gleichzeitig auch das Titelbild der Ausschreibung zum Pfarrverbandstag:
Die Fenster der Kirche öffnen zur Gesellschaft hin und die Frohe Botschaft so verkünden, daß die Menschen sie verstehen und annehmen können (Aggiornamento). So hatte es der damalige Papst Johannes der XXIII. bei der Eröffnung des Konzils gefordert. Die Würzburger Synode in den siebziger Jahren war dann der Versuch, die Beschlüsse des Konzils für die deutschen Bistümer verbindlich umzusetzen.
In kleinen Gesprächsgruppen erörterten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in einem zweiten Schritt ihr eigenes Erleben von Kirche und Gesellschaft in früheren Jahren und heute. Von Aufbruchsstimmung und hoffnungsvollem Engagement war da die Rede bis hin zu Enttäuschung und Kirchenfrust heute. Und dabei ging es nicht nur um die aktuelle Mißbrauchsthematik und die Zölibatsfrage, sondern grundsätzlich um Fragen, inwieweit sich Kirche immer noch zu sehr um ihren Machterhalt als um die Menschen kümmert und dabei ihre eigene Glaubwürdigkeit gefährdet.
Zukunftsperspektiven von Kirche und alternative Gemeindemodelle aus Europa und weltweit wurden in einem dritten Schritt in den Blick genommen: Von der "lebensraumorientierten Seelsorge" (Deutschland), dem "Menschen in der Mitte" (Mk 3,1-6), der "Gemeinde in der Nähe" (Frankreich), dem "selbstbewusst Kirche sein" (Asien) und der "Kirche der Armen" (Lateinamerika) war beispielhaft die Rede.
Die Muschel als Zeichen des persönlichen Glaubens und Aufbruchs - mit Jesus unterwegs durchs Leben - kam in der abschließenden Meditation von Pastoralreferent Burkhard Fecher ins Spiel. Das Lied "Weite Räume unsren Füssen" beendete den Halbtag.
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