"Galgen, Schwert und Schwarzer Tod"
Ministrantenfreizeit Pfarrverband Gemünden
vom 05. - 10.06.2006
auf "Burg Trausnitz" in der Oberpfalz
Die gesamte Ritterschar vor der Burg Trausnitz
Die alljährliche
Ministrantenfreizeit des Pfarrverbands Gemünden mit über 70 Teilnehmern stand
in der Woche nach Pfingsten ganz im Zeichen des Mittelalters: Der Galgen auf
einer Felsnase hoch über dem Flüßchen Pfreimd ließ mit einem Knochengerüst die
dunklen Seiten des Mittelalters ahnen. Den Schwarzen Tod, die Pest, gab es nur
im Motto der Freizeit, dafür aber einige Fälle von Erkältung und Schlafmangel.
Ein engagiertes,
hochmotiviertes Team hatte sich unter der Leitung von Pastoralreferent Klaus
Simon in monatelanger Vorbereitung einiges einfallen lassen:
Auf der Burg der
Jugendherberge Trausnitz bei Weiden in der Oberpfalz fertigten Krieger
Schwerter, Schurken Dolche, Druiden Zauberstäbe und Gelehrte
Schriftrollenköcher. Sie machten sich mit Hilfe eines mehrtägigen Rätsels auf
die Suche nach dem königlichen Gral und kämpften in einer Mutprobe in
stockdunkler Nacht, beim Gelände- und Stationenspiel um Punkte und Heller, um
einen höheren Rang in der mittelalterlichen Ständegesellschaft zu erreichen. Sie
feierten einen ausgelassenen Abend mit Original – Ritteressen und Tänzen in
einem richtigen Rittersaal im Obergeschoß der Burg. Ein Wortgottesdienst zum
Thema „Mit meinem Gott überspringe ich Mauern“ mit Pastoralreferent Klaus Simon
und ein Bunter Abend mit Disco rundeten eine erlebnisreiche Woche ab.
Die nächste
Ministrantenfreizeit findet vom 28.05. – 02.06.2007 im Bungalowdorf auf dem
Volkersberg bei Bad Bückenau statt und ist offen für Kinder und Jugendliche von
9 -15 Jahre. Nähere Informationen gibt es demnächst hier unter www.pv-gemuenden.de.
Die ganze Ritterschar nochmal
Der Pressebericht aus der Mainpost vom 12.06.2006: Zum Vergrößern auf die Lupe rechts unter dem Bild klicken
So ging es zu bei der Vorbereitung der Ministrantenfreizeit:
Waffenbau mit Bernie, Caro und Lara -
und natürlich mit Herbert Müller, dem ein Extra-Dankeschön gilt für alle Zeit, Energie und Holzmaterialien!
Und hier ein paar Eindrücke von der Burg/Jugendherberge in Trausnitz bei Weiden/Oberpfalz:
Die Jugendherberge Burg Trausnitz in der Oberpfalz:
Die Möglichkeiten auf Burg Trausnitz im Originalprospekt außen:
Die Möglichkeiten auf Burg Trausnitz im Originalprospekt innen:
Ein
paar Bilder gibt´s gleich hier. Noch mehr Bilder findet Ihr in der
Bildergalerie/Vorschau Burg Trausnitz 2006 ....im Sommer und im
Winter...
Die Burg Trausnitz (Mitte rechts) aus der Vogelperspektive, dahinter der Stausee mit Bademöglichlichkeit.
Es gibt dort neben dem Baden auch Surfmöglichkeiten.
Es gibt sehr große und trotzdem schöne und kommunikative Zimmer ....
.... und es gibt auch kleine kuschelige Zimmer , mit
Burgfeeling.
Mit das schönste ist der absolut originale Rittersaal ...
... sogar mit einem eingelassenen Wappen!
Die Geschichte
der Burg Trausnitz
Schon vor mehr als 1200 Jahren war in der
Gegend des heutigen „Trausnitz"
eine dörfliche
Ansiedlung. Wegen der Gefahr von Überfällen durch die räuberischen Awaren, einem Reitervolk aus dem
Osten, erbauten die Dorfbewohner des damals vermutlich als Sachsenkirchen oder
-hausen bekannten Dorfes im 8. Jh. den noch heute, in der Dorfmitte, erhaltenen
Sachsenturm. Eine Fluchtburg und das älteste, wehrhafte Gebäude in der Gegend. Im Erdgeschoss wurde das Vieh gehalten. Auf
die erste Zwischendecke stapelte man die Vorräte und im zweiten Zwischengeschoss wurden
Frauen und Kinder geschützt.
Die wehrhaften Männer wachten auf
dem flachen Dach, bis die Feinde wieder abzogen. Da die Bevölkerung beständig wuchs, erbaute man im 13. Jh. die Burg,
die im Jahre 1261 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Die Fluchtburg war so sicher,
dass sie dem Dorf Trausnitz - „Traust
dich nicht" - ihren neuen Namen gab. Das starke, nur durch die Eingangspforte zu
passierende Mauerwerk mit den wenigen und kleinen Fensteröffnungen nach außen - meist noch sehr hoch über dem Boden - ließ Reitervölkern, die keine Brech- und Steigwerkzeuge
mit sich führen konnten,
keine Chance einer Erstürmung. Die Burg bot ausreichend große Lagermöglichkeiten für Vorräte und Vieh sowie ein Oberge-schoss für den Aufenthalt der Dorfbevölkerung. Der Turm, auch Bergfried genannt, konnte
als letzte Fluchtmöglichkeit
nur aus den Räumen des
Obergeschosses über die damals
lose auf großen Steinen
aufgelegte Brücke erreicht
werden, die man einfach hinter sich in den Burghof warf. Im Mauerwerk des
Bergfrieds eingebaute Nischen, die nur von innen erkennbar sind, dienten dem
Durchbruch aus dem Turm, sobald die Gefahr wieder vorbei war. Zwischen den Jahren 1322 - 1325 stand die
Burg im Mittelpunkt deutscher Geschichte. Nach dem Tod des alten Königs Heinrich VII. wählte die Versammlung der Fürsten des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation einen
neuen König. Die Wahl fiel unentschieden aus. Sowohl
Ludwig IV., genannt der Bayer, als auch sein Cousin Friedrich III., der Schöne, von Österreich waren gewählt. Obwohl gemeinsam aufgewachsen, entbrannte
ein erbitterter Konkurrenzkampf zwischen den beiden, der am 28. September 1322
in die berühmte Schlacht
bei Ampfing in Niederbayern mündete. Ludwig der Bayer besiegte Friedrich den Schönen und nahm ihn gefangen. Er brachte ihn
ins abgelegene Trausnitz, wo damals sein getreuer Ritter Weigand von Stein
herrschte. Friedrich der Schöne, ein Habsburger, wurde in das Turmzimmer
gebracht und an vier stabilen, in die Ecken der Decke eingemauerten Ketten an Händen und Füßen angeschmiedet, so dass er gerade bis zu
den vier Turmfenstern gelangen konnte. 1325 gelang es den Beichtvätern der beiden Gegner, eine Versöhnung in die Wege zu leiten. Friedrich der
Schöne, an Leib und
Seele gebrochen, verzichtete auf das Regieren und der Wittelsbacher Ludwig der
Bayer beendete die Gefangenschaft. In der neben dem Sachsenturm erbauten Pfarrkirche,
die seither als Versöhnungskapelle
bezeichnet wird, knieten die Vettern vor dem Altar nieder und versöhnten sich am 13. März 1325. Beide führten den Titel „König", aber Friedrich zog sich als
todkranker Mann nach Österreich
zurück. 1330 starb
er. Ludwig der Bayer regierte bis 1346 als deutscher Kaiser.Die Burg Trausnitz hatte bis vor ca. 400 Jahren die
verschiedensten Ritter und Adligen als Besitzer und Herren. Lange waren dies die Grafen Zenger von Zangenstein, deren Wappen auf die wirtschaftliche
Bedeutung der Oberpfalz, als „Ruhrgebiet des
Mittelalters", verweist. Im Jahr 1830 kaufte König Ludwig I. die Burg, die noch heute
im Eigentum des Freistaates Bayern steht. Bereits nach dem 2. Weltkrieg wurde in der Burg ein Erholungsheim für Kinder und Jugendliche eingerichtet. In den 60er Jahren übernahm dann das Deutsche Jugendherbergswerk die Trägerschaft. 1997 erfolgte, in Zusammenarbeit des Freistaates Bayern, der Gemeinde Trausnitz
und des deutschen Jugendherbergswerkes eine Totalrestaurierung der Burg sowie die
Erweiterung der Jugendherberge auf das umliegende Gelände und das benachbarte Feldschlössl. Heute bietet sie ihren Gästen modernen Komfort, mit dem besonderen Ambiente eines historisch
bedeutsamen Ortes. Burgführungen für Gruppen ab 10 bis 25 Personen, nach Voranmeldung über die Jugendherberge. Telefon: 0 96 55 / 92 15 0
Herausgeber: Deutsches Jugendherbergswerk
Landesverband
Bayern e.V.
Mauerkircherstraße 5
81679 München
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